Erinnerungen an die Wüste

Da sitze ich hier so mit Grippe zuhause und bekomme eine Mail von indigoreisen, dem Anbieter mit dem ich 2010 ein Kameltrekking durch die nordafrikanische Wüste gemacht habe. Und bekomme grad Fernweh…
Ach komm, ich schwelge ein bisschen in Erinnerungen und lasse Dich teilhaben!

Start auf Djerba

Wir sind damals nach Tunesien auf die Halbinsel Djerba geflogen, von wo aus die Tour starten sollte.

Am Flughafen wurden wir von unserem Reiseleiter Omar abgeholt. Den ersten Abend haben wir dann auf dem Souk und in einem tunesischen Restaurant verbracht, für mich eine völlig neue, aber faszinierende Welt! Die erste Nacht wurde noch im Hotel geschlafen und dann ging es am nächsten Morgen los!

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Ja, das da rechts bin ich. Mit langen Haaren… 🙂

Alle Mann in den Jeep und auf in die Oase Douz. Da haben wir uns dann jeder mit einem Tuch für den „Schesch“, dem typischen Turban der Tuareg versorgt. Der hilft gegen Hitze, Sonne und gegen blödes Aussehen bei fettigen Haaren… 😉 Mit duschen ist ja nun nichts in der Wüste.

Danach fuhr uns der Jeep noch ein Stück raus und dort trafen wir auf unsere Karawane: Das waren Omars Bruder Mabruk und ein Kollegen, dessen Namen ich leider vergessen habe… Und natürlich die sechs Kamele!

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Damit war unsere Reisegruppe komplett: Ich und mein damaliger Freund sowie ein Ehepaar aus der Schweiz. Größer war unsere Gruppe nicht. Vier Touris und drei Begleiter. Ein echter Luxus! Und so eine tolle Gruppe! Ich trag sie nach wie vor alle fest im Herzen; das passte wirklich alles ideal!

Bevor es dann wirklich los ging, gab es erst mal Mittagessen. Unglaublich, mit was für einfachen Dingen die Menschen dort ein wunderbares Essen zaubern können! Und alles war immer frisch. Auch ohne Kühlschrank. Die Beduinen haben ausgeklügelte Tricks, wie sie das Essen frisch halten. Sogar ein wenig Fleisch gab es zwischendurch.

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Als es dann losging, haben wir uns immer weiter in die Sahara vorgearbeitet. Ob zu Fuß oder auf dem Kamel konnte jeder so entscheiden, wie er wollte.

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Wir liefen und ritten Tag um Tag durch die Wüste. Ein immer gleicher Rythmus: Aufstehen, waschen, Frühstück, packen, laufen und reiten, abladen, Holz suchen, Mittagessen, aufladen, laufen und reiten, abladen, Holz suchen, Abendessen, am Feuer sitzen und quatschen, in den Schlafsack, Sternenhimmel ansehen und schlafen. Und das gleiche am nächsten Tag wieder von vorne.

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Es ging durch ein wogendes Wüstenmeer, zwischendurch immer mal wieder an kleinen Oasen vorbei. Sahara2010-072Abends sassen wir zusammen am Feuer, haben erst gegessen und dann über Gott und die Welt geredet. Zwischendurch haben unsere Begleiter Musik gemacht und wir haben dort gesessen und das Feuer und die Sonnenuntergänge genossen. Unglaublich friedlich! Und es gab nie eine Sehnsucht nach Fernseher oder Laptop.

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Am nächsten Morgen wurde erst gefrühstückt und dann in aller Ruhe alles wieder auf die Kamele geladen.

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Und dann ging es wieder weiter durch die Wüste!

Und morgens, mittags und abends wurde immer frisches Fladenbrot unter der Glut gebacken. So einfach, aber so köstlich!

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Wie gespült wurde? Ganz einfach. Mit Sand. Es war für jeden eine Schale und ein Löffel da. Die haben wir dann im Sand gespült. Geht alles!

Die Nächte in der Wüste

Die Nächte in der Wüste waren einer der Gründe, warum ich diese Reise machen wollte. Ich wollte endlich mal einen richtigen Sternenhimmel sehen.

Wir schliefen unter freiem Himmel. Man hatte bequeme Matten für jeden von uns dabei. Die Matten dienten am Feuer als Sofa, nachts als Betten. Wenn wir gewollt hätten, hätten wir auch ein Zelt bekommen. Wollten wir aber nicht. Ich wollte den Sternenhimmel sehen. Es gibt echt nichts tolleres, als abends im Schlafsack zu liegen und in die Sterne zu gucken. Leider war ich von all den vielen Eindrücken abends immer so müde, dass ich schnell eingeschlafen bin und die Sterne gar nicht lang genug würdigen konnte…

Eines Nachts gab es einen Sandsturm. Das war dann auch mal eine spannende Erfahrung. Wir und unser Gepäck waren am nächsten Morgen ziemlich voll mit Sand.

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Unter mir gab es noch eine Matte. Die musste erst mal frei gelegt werden.

 

Pflanzen und Tiere in der Wüste

Ich hätte nie gedacht, dass es in der Wüste so viel zu sehen gibt! Neben den immer wechselnden Landschaften gibt es doch echt viele Pflanzen dort.

Und wenn man hinschaut, gibt es auch viele Tiere zu entdecken:

Spannend war es, als wir einen Morgen wach wurden und wir entdeckten, dass offenbar ein Wolf in unmittelbarer Nähe zu unserem Lager vorbeigelaufen war. Unbezahlbar, oder?

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Vermutlich fragst, Du Dich jetzt, ob ich gar keine Angst hatte. Nee, hatte ich nie. An keiner Stelle. Omar war ein so toller Reiseleiter, dass ich mir völlig sicher war, dass uns mit ihm nichts passieren kann. Keine Ahnung, woher ich dieses Vertrauen genommen habe. Aber es hat mich nicht getäuscht.

Allgemeine Infos

Reisezeit

Wir sind im November gereist. Das war für mich die ideale Reisezeit! Zuhause schon recht ungemütlich, und vor Ort tagsüber noch gute 20 Grad. Nachts war es dafür dann recht kühl. Wir hatten kein Thermometer mit, haben aber mal so auf 4 Grad geschätzt. Da braucht es schon einen guten Schlafsack! Aber dann ist es herrlich!

Auch, weil sich Schlangen und Skorpione bei den Temperaturen schon in den Sand zurückgezogen haben. So haben es uns Omar und Mabruk erzählt. Das passte mir ganz gut und ich hab es einfach mal so hingenommen. 😉

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Wir haben uns damals für die Tour Le petit tour mit Dauer von 8 Tagen entschieden. Für`s erste mal erschien uns das sinnvoll. Heute würde ich auch gerne zwei Wochen unterwegs sein!

Hygiene & Einschränkungen

Tja, eine Woche ohne Dusche und Haare waschen? Geht. Echt! Wir hatten immer reichlich Trinkwasser dabei und haben gute Tipps bekommen, wie wir uns möglichst wassersparend waschen können. Die Frisuren wurden im Laufe der Zeit natürlich nicht besser. Aber dafür hatten wir ja den Schesch. Ausserdem sahen alle so aus. Und es war sowas von egal. Echt! Ich kann es von hier aus selber manchmal gar nicht glauben. Aber es war so. Das war eine echt gute Erfahrung! Überhaupt, mit wie wenig man so auskommt.

Dass es halt auch mal `ne Woche ohne Telefon, Internet, Fernsehen, etc. geht. Für mich war das sehr wertvoll. Und ich glaube, dass das eine gute Erfahrung für ganz viele von uns sein kann. Auch die Reduziertheit in der Wüste. Das war gut.

Anbieter

Wie schon oben beschrieben haben wir mit dem Schweizer Unternehmen indigoreisen gebucht. Das ist eine ganz kleine Agentur, geleitet von Sabine Chavannes. Sie war mir für unser Vorhaben empfohlen worden.
Und tatsächlich, bei allem, was wir von ihr an Unterlagen und Informationen bekommen haben, merkte man, dass sie mit jeder Faser die Wüste und die Menschen dort liebt. Ich würde sofort wieder mit ihr reisen! Sie achtet bei allem sehr auf die Natur und die Kultur der Menschen vor Ort!

Das war ein wunderbares Erlebnis und ich bin sicher, dass ich irgendwann noch mal den Weg in die Wüste schaffen werde! Vor allem, um noch mal schönere Fotos machen zu können!

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10 Kommentare

  1. Hallo Maike, habe es mit großem Interesse gelesen, weil ich dort auch schon unterwegs war, allerdings keine Wüstentour, sondern nur ein Wüstenausflug. Mein Kamel hatte ständig Schaum vor dem Mund, ich fühlte mich ziemlich unsicher auf diesem Wüstenschiff, mein Führer fragte „Madame ca va“? – und zwar ständig. So ein Ausritt zum Sonnenuntergang in der Wüste hat schon was! Am nächsten Morgen erlebten wir dann den Sonnenaufgang am Schott el Djerid , auch sehr beeindruckend! Eine Reise zum Wadi Rum in Jordanien wäre auch zu empfehlen, dazu eine Besichtigung der alten Nabatäerstadt PETRA.

  2. Liebe Ulla,
    also, unsere Kamele hatten keinen Schaum vor`m Mund. Aber richtig wohl gefühlt hab ich mich da oben auch nie. Bin dann auch eher gelaufen. 😉
    Petra steht auch auf meiner Liste, da möchte ich unbedingt noch hin! Eine Bekannte hat mir auch schon den passenden archäologischen Reiseführer mitgebracht. 🙂 Aber vielleicht warte ich ein wenig, bis es in der Gegend wieder etwas ruhiger wird.
    Liebe Grüße!

    • Mir blutet das Herz, wenn ich sehe, wie es zB in Syrien aussieht, von Jordanien kommend, haben von Damaskus aus das Land bereist, heute liegt alles in Schutt und Asche,selbst Palmyra ist geplündert und selbst die große OmayadenMoschee wurde nicht verschont, da ist Jordanien noch das Paradies! Schönes Wochenende!

  3. Wow.. toll. Ich kann mir gut vorstellen, dass der Sternenhimmel in der Wüste – wenn man ihn denn icht verpennt – beeindruckend schön ist. Da merkt man erstmal, dass so ein Himmel tatsächlich „Tiefe“ hat 🙂

  4. Hallo Maike,
    bin zufällig in Deine sehr gut gemachte Webseite reingestolpert … und in der Wüste hängengeblieben. Ich finde Wüsten faszinierend, habe auch schon einige bereist und LIEBE es, „auf Kamelrücken gewiegt zu werden“ wie Gustave Flaubert das ausdrückte.
    Danke für diesen interessanten Bericht und die großartigen Fotos.
    LG nach Dortmund!
    Beate

    • Hallo Beate,
      das freut mich, dass Dir meine Seite gefällt! Wüsten sind einfach großartig, das finde ich auch. Und ich möchte noch viele besuchen. Ich fand sie schon vor meinem ersten Besuch dort faszinierend, aber wenn man einmal dort war, möchte man immer wieder hin!
      Liebe Grüße!

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