Unglaubliche Schönheit und Reichtum im Vatikan

Warst Du schon mal im Vatikan? Ich hab mir bei meiner Rom-Reise im August einen halben Tag Zeit für den Vatikan genommen. Auch wenn Kirche nicht mein Thema ist, finde ich doch die Orte, wo Menschen ihren Glauben ausüben, immer besonders faszinierend.

Also hab ich natürlich auch den Vatikan besucht. Das fand ich ja mal echt ganz schön krass! So viel Schönheit und Reichtum! Unglaublich!

Vorab: Wer Angst vor vielen Menschen hat, sollte sich überlegen, ob er so eine Tour machen möchte. Alle Orte sind so dermassen voll, dass man ziemlich beengt unterwegs ist.

Führung

Da ich keine Lust auf Warteschlangen hatte, habe ich von zuhause aus eine Führung durch die Vatikanischen Museen, die Sixtinische Kapelle und den Petersdom gebucht.
Die dreieinhalb Stunden dauernde Führung hat bei Enjoy Rome 38 Euro gekostet zzgl. des Vorrangtickets im Museum für 23 Euro. Also kein ganz günstiger Spaß. Aber andersrum echt lohnend. Paula, die die Führung gemacht hat, war echt witzig und hat uns viele spannende Hintergründe über die Kunst, die Geschichte und den Vatikan erzählt.

Frühstück

Treffen zur Führung war um 8.30 Uhr morgens. Ich bin um 7.15 Uhr vom Hotel aus mit einem Taxi aufgebrochen. Ich stand nicht im Stau und war früh da. Also konnte ich, wie ich auch gehofft hatte, noch um die Ecke in einer Bar frühstücken. Da gab es typisch italienisch einen Cappuccino und ein Cornetto. So kann ein Morgen beginnen!

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Vatikanische Museen

Ich wusste gar nicht, dass die Vatikanischen Museen die größten der Welt sind. Hier sind unglaublich viele Werke aus allen möglichen Epochen in über 1.400 Räumen verteilt.

Wir haben nur einen ganz kleinen Teil der Ausstellung angesehen. Wenn man alles seehen will, muss man mehrere Tage einplanen.

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Hier gibt es nicht nur jede Menge Gemälde und Statuen, auch die Decken sind alle unglaublich aufwändig bearbeitet.

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Der reguläre Eintritt in das Museum kostet 16 Euro, wenn Du kein Vorrang-Ticket kaufst. Dazu muss man wissen, das das Museum täglich (!) etwa 25.000 bis 32.000 Besucher hat. Schnell gerechnet, nimmt man da also an einem einzigen Tag eine halbe Million Euro an Eintrittsgeldern ein. Krass, oder?

Außerdem hat man zwischendurch immer wieder schöne Ausblicke aus dem Museum über die Stadt.

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Noch was fand ich interessant: Im Museum hab ich nirgendwo einen Notausgang oder Feuerlöscher gesehen. Paula erklärte, dass das Museum hier als „privat“ deklariert ist und die Auflagen im Vatikan ganz anders sind als in den anderen Ländern. Klingt so, als würde man sich in Sachen Sicherheit voll auf Gott verlassen. Das fand ich  – äh – spannend.

Sixtinische Kapelle

Zu den Museen gehört auch die Sixtinische Kapelle.

Hier darf nicht gesprochen werden, da die Kapelle ein heiliger Ort ist. Also hat uns Paula schon vorher, auf der Terrasse der Museen erklärt, was es da alles so zu sehen gibt.

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Fotos durfte man in der Sixtinischen Kapelle leider nicht machen. Aber ich erzähle Dir was dazu.

Die Deckenfresken hat Michelangelo von 1508 bis 1512 gemalt. Die sind echt beeindruckend, weil er die gesamte Decke mit Länge von 41 Metern komplett alleine in Fresko-Technik gemalt hat.
Nach über 20 Jahren sollte er auf Auftrag von Papst Clemens VII. dann noch an die Stirnseite der Kapelle das Jüngste Gericht malen.

Eigentlich wollte er nicht, hat sich aber dann durchringen lassen. Unter der Bedingung, dass er viel Blau für das Bild benötigen würde. Das bekam er. Blau war damals gemahlener Lapislazuli. Also alles andere als günstig. Krass. Also gestaltete er noch die über 200 Quadratmeter mit seiner Version des Jüngsten Gerichts.

Dabei hat er sich einiges einfallen lassen, was der Kirche gar nicht so lieb gewesen sein dürfte. In den Himmel kamen nämlich in seinem Bild auch sein Geliebter und viele andere, die die Kirche eher in der Hölle sah.
Außerdem hat er einem der jenigen, die für die Hölle verdammt waren, das Gesicht eines Papstes gegeben. Er hat also einiges an Kritik an der Kirche in das Werk eingebracht. Und das in der Sixtinischen Kapelle für einen Auftrag des Papstes! Mutig!
Nebenbei waren viele nackt, auch Jesus im Zentrum des Bildes. Ein Skandal! Den Nackten musste dann Michelangelos Schüler Tücher vor ihre edlen Teile malen. Bei der späteren Restaurierung wurden knapp die Hälfte der Tücher wieder abgewaschen.

Alles in allem ein unglaublicher Ort! Brechend voll mit Menschen. Aber auch so voll mit wunderbarer Kunst.

Der Petersdom

Nach dem Besuch der Sixtinischen Kapelle ging es weiter in den Petersdom.

Der Petersdom ist ebenfalls unglaublich! Er war lange der größte Dom der Welt und ist noch viel, viel größer als der Kölner Dom. Er beinhaltet eine Fläche von über 15.000 Quadratmeter und seine Kuppel ist knapp 137 Meter hoch.

Alles an diesem Staat ist irgendwie wahnsinnig imposant. Ein echter Ort der Superlative. Gucken und Staunen ist angesagt.

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Heilige Pforte

Papst Franziskus hat für dieses Jahr wieder ein Heiliges Jahr ausgerufen. Es beginnt am 8. Dezember 2015. Regulär gibt es das nur alle 25 Jahre, aber die Päpste schieben auch schon mal welche zwischen, so wie ich`s verstanden habe. Das letzte reguläre war 2000. Aber danach hat Benedikt XVI. 2008 eins ausgerufen und Franziskus eben jetzt für Dezember 2015.

Im Heiligen Jahr wird die Heilige Pforte geöffnet. Der Papst klopft symbolisch mit einem Hammer davor und dann wird sie geöffnet. Die Gläubigen durchschreiten sie und sind so von ihren Sünden frei.

So sieht sie von aussen aus:

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Und so von innen (Sorry, leider etwas verschwommen):

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Eigentlich gar nicht so spektakulär, oder?

Kuppel und Dach des Vatikans

Ich bin dann noch hoch in die Kuppel des Vatikans. Zu Fuss kostet es 5 Euro, mit dem Aufzug 7 Euro. Ich hab natürlich mit Rücksicht auf mein Alter den Aufzug genommen. 😉
Du kommst erst in das Innere der Kuppel von wo aus Du einen schönen Blick in den Kirchenraum hast. Der ist zwar durch ein Gitter abgeriegelt, aber mit dem Smartphone lassen sich trotzdem anständige Bilder machen.

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Eigentlich kann man dann noch weitere 320 Stufen weiter laufen, um wirklich zum Top der Kuppel zu gelangen. Aber da das Wetter an dem Tag nicht gut war und es kein schönes Licht für Fotos gab, hab ich mir das geschenkt. Ich würde aber beim nächsten mal auf jeden mal noch mal hoch. Dann aber direkt morgens früh, wenn das Licht noch gut für Fotos ist und es – hoffentlich – noch nicht so voll ist. Der Blick über Rom muss traumhaft sein.

Stattdessen habe ich eine Pause auf dem Dach des Petersdoms gemacht. Das ist irgendwie ganz surreal.

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Zum Einen ist im Gegensatz zum Rest der Kirche total schlicht und dann hat man von hier einen schönen Blick über Rom und sieht die Rückseite der 5 Meter hohen Heiligenstatuen.

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Selbst einen Kaffee gibt es hier zu kaufen. Man kann zwar nur auf dem Boden sitzen, aber dieser Ort hat trotzdem irgendwie etwas magisches. Vor allem an diesem stark bedeckten Tag.

Der Petersplatz

Unten auf dem Petersplatz war es dann wieder ziemlich voll von Menschen. Beeindruckend, welche Anziehungskraft dieser kleine Staat hat.

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Und hier sind bereits wieder Stühle für die nächsten Papst-Besucher aufgestellt.

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Mein Fazit

Ich fand den Besuch unglaublich beeindruckend. So eine unfassbare Ansammlung an Schönheit und Reichtum hab ich vielleicht noch nie zuvor gesehen. Einerseits kann man sich diesem Zauber gar nicht entziehen. Andererseits ist es schon krass zu sehen, wie verschwenderisch man mit Geld und Materialien umgeht dessen Herkunft teilweise auch kritisch zu sehen sind.
Dennoch: Absolut sehenswert und jeden Cent wert, den ich bezahlt habe!

Wenn Du mehr von Rom sehen möchtest, dann findest Du hier meinen ersten und meinen zweiten Artikel.

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1 Kommentare

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